Burkhardt Huck
zitiert aus Spon: Leserbrief zu einem Interview mit DGB-Chef Reiner Hoffmann
MagittaW heute, 12:42 Uhr
60. Organisationsgrad und Einfluss
na klar, die mangelnde Organisation ist schuld am Einflussverlust der Gewerkschaften… 1990 waren fast 100% der Ostdeutschen Arbeitnehmer in der Gewerkschaft – Einfluss? 0% Ein paar Fakten: ca. 90% aller Industriearbeitsplätze in Ostdeutschland wurden plattgemacht – nicht nur unrentable. Ca. 80% aller Männer in Ostdeutschland wurden arbeitslos, ca. 50% aller Frauen wurden arbeitslos – auch hoch- und höchstqualifizierte. Nicht nur die freie Ost-Wirtschaft wurde von den Gewerkschaften fallen gelassen, auch der öffentliche Dienst. Kündigungen ohne Abfindungen in Universitäten, Schulen und Verwaltung – ohne SED oder sonstige Vorbelastungen. Dafür wurde dann West-Personal mit im Westen ausgehandelter “Buschzulage” eingestellt – von Westdeutschen Chefs mit Billigung Westdeutscher Gewerkschafter. Kommt schon, das war die größte Kolonisation seit “the Great Game”. Die ganzen Fördermilliarden landeten doch nicht in den Taschen der Ostdeutschen – die haben für Minilöhne geackert, während die Westdeutschen Aktiengesellschaften die Rendite in ungeahnte Höhen trieben – Fast wie die beühmte Entwicklungshilfe für Afrika, die eher eine Exportsubvention für Siemens ist… Ja, und die Westdeutschen haben den Wiederaufbau nach dem Krieg gaanz alleine geschafft, weil sie eben zugepackt haben. Na klar! Neee, der Westen hat seine Industrie geschützt und dann fleißig exportiert. Und ja, damals waren die Gewerkschaften noch einflußreich und noch nicht korrumpiert.

Zum Tag der Arbeit – ein Kommentar aus Ostdeutschland

Diary