Burkhardt Huck

Wychgram Familienchronik

Der Ahnenpass von Hayo Wychgram von 1936

 

Der Nachweis der „arischen Abstammung“ bis zu den Großeltern war im Nationalsozialismus durch verschiedene Gesetze (Nürnberger Gesetze vom September 1935Berufsbeamtengesetz vom April 1933, später auch Deutsches Beamtengesetz Januar 1937) vorgeschrieben. So beseitigte etwa das „Reichsbürgergesetz“ – eines der beiden Nürnberger Gesetze – mit der Unterscheidung zwischen „Reichsbürgern“, die im vollen Besitz aller Rechte waren, und „Staatsbürgern“, die nicht über die Reichsbürgerschaft verfügten und unter Sonderrecht gestellt waren, die Gleichheit vor dem Gesetz. Um die Behörden auf solcher Grundlage handlungsfähig zu machen, wurde 1933, kurz nach der so genannten „Machtergreifung“, der Ahnenpaß eingeführt.

Zwar war der Besitz eines Ahnenpasses keine Pflicht, er wurde aber doch jedermann – so auch Nicht-„Ariern“ – nahegelegt. Ihn zu erstellen, war aufwendig, weil Angaben nur aufgrund von Originalurkunden bzw. beglaubigten Abschriften anerkannt wurden. Ein vollständiger, vom Standesamt und/oder kirchlich beglaubigter Ahnenpaß ersetzte den andernfalls geforderten Nachweis einzelner Geburts-, Tauf- und Trauurkunden.

Mein Onkel brauchte diesen Ahnenpass, vörderst um im Rahmen des Reicherbhofgesetzes, das laut Hermann Göring erlassen wurde, die Höfe vor „Überschuldung und Zersplitterung im Erbgang zu schützen“ Es war zugleich Ausdruck der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Ideologie.  Um den Hof seines Großonkels Nikolaus Wychgram in Wybelsum bei Emden zu erben, musste er eine Ausbildung als Landwirt absolvieren. Dazu musste er einen großen Ahnenpass vorlegen. Auch später musste er, um zum Studium der Medizin zugelassen zu werden, einen Ahnenpass vorlegen. Dieser weist zugleich die Herkunft der Familie Wychgram seit Napoleons Zeiten nach, als Friesland Teil des neapoleonischen Kaiserreichs war.

 

Ahnenpass Hayo Wychgram 1936

 

 

Das Kurheim der Drs. Edel und Engelhard Wychgram von 1936-1947 am Hohenpeißenberg in Oberbayern

 

Kurheim 1

 

Der wiedergefundene Grabstein
Mein Großvater Enno Wychgram und Norderney

 

 

Jugenderinnerungen aus Ostfriesland im vorletzten Jahrhundert

Mein Urgroßvater mütterlicherseits war ein deutscher Pädagoge sowie preussischer Schulrat und entstammt einer alten ostfriesischen Familie von der viele in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihr Glück außerhalb ihrer Heimat in Preußen oder den Vereinigten Staat gesucht haben.

 

 

 

 

Eine kurze Geschichte der Familie in Ton und Bild

 

 

 

 

Jakob Wychgram – Jugenderinnerungen 1920

 

 

Jakob Wychgram Jugenderinnerungen 1920

 

 

 

Mein Onkel, Dr. Hayo  Wychgram über seinen Großonkel, Nikolaus Wychgram

 

Nicolaus Wychgram

 

 

 

Stammbaum der Familie Wychgram
1774 – 1976

 

Stammbaum-Wychgram-1774-bis-1976

 

Dr. Engelhard Wychgram in Norderney 1949 von Karl Welbers

 

Norderney-Kurier-Poppe-Folkerts-21.09.2012